Eine fast vergessene Gemüsesorte

Anzucht, Pflege und Ernte

Im Freiland kannst du das Erdbeerspinat-Saatpapier zwischen März und Anfang August aussäen. Achte bei der Anzucht im Freiland aber unbedingt darauf, die jungen Pflanzen in kälteren Phasen abzudecken. Mit der Vorzucht in Anzuchtschalen kannst du schon ab Februar beginnen und die Pflanzen dann nach den Eisheiligen im Mai nach Draußen umsiedeln. Da Erdbeerspinat zu den Dunkelkeimern gehört, kannst du das Saatpapier mit einer etwa 1-2 cm dicken Schicht Erde bedecken. Bei uns hat der Erdbeerspinat übrigens auch gut gekeimt, ohne dass wir ihn mit Erde bedeckt haben. Um zu keimen ist eine optimale Keimtemperatur von 15 bis 18 °C im Freiland ideal. Bei der Vorzucht im Haus darf es natürlich auch wärmer sein! Schau doch nochmal hier vorbei, wenn du auf der Suche nach ganz allgemeinen Tipps für die Anzucht unseres Saatpapiers bist.

1. Saatpapier gut feucht halten

Das Saatpapier solltest du zu Beginn gut angießen oder mit einer Sprühflasche ordentlich besprühen. Ab diesem Zeitpunkt ist es ganz wichtig, das Papier und die Erde dauerhaft feucht zu halten, da der Keimungsprozess sonst unterbrochen werden könnte. Für die Anzucht solltest du für deinen Erdbeerspinat am besten einen hellen, warmen Platz suchen. Nach etwa zwei bis drei Wochen schauen dann die ersten Keimlinge aus dem Papier.

Tipp: Um die Keimung noch etwas zu beschleunigen, kannst du das Saatpapier vor der Aussaat etwa 8 Stunden in Wasser legen. So quellen die Samen auf und können im Anschluss sogar noch etwas schneller und besser keimen. Wir haben das Saatpapier zum Beispiel erstmal in eine tiefe Schale mit lauwarmem Wasser gelegt und es dann umgesiedelt.

2. Die Keimlinge pikieren – ja oder nein?

Beim Erdbeerspinat macht es Sinn, die kleinen Pflänzchen zu vereinzeln. Mit dem Pikieren kannst du beginnen, nachdem sich neben den Keimblättern die ersten richtigen Laubblätter ausgebildet haben und die Jungpflanzen in etwa eine Höhe von 5 Zentimetern erreicht haben. Das sollte nach etwa 2-3 Wochen der Fall sein. Solange die einzelnen Pflanzen noch nicht nach Draußen dürfen, kannst du sie in einzelne Anzuchttöpfe oder in eine Anzuchtschale mit einzelnen Feldern umsiedeln. Wenn es so weit ist, dass dein Erdbeerspinat ins Freiland gesetzt werden kann, achte auf einen idealen Abstand von etwa 15-30 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen.

3. Deine Pflanze pflegen

Der Erdbeerspinat ist eine ziemlich pflegeleichte Pflanze. Regelmäßiges Gießen ist das A und O für eine reiche Ernte! Gerade im Sommer ist das natürlich besonders wichtig. Zum Gießen eignen sich an besonders heißen Tagen vor allem die Morgen- und Abendstunden, in denen es noch etwas kühler ist. Beim Gießen deines Erdbeerspinats solltest du Staunässer aber auf jeden Fall vermeiden. Bevor du deinen Erdbeerspinat nach Draußen setzt, kannst du den Boden mit etwas Kompost vermischen. Das reicht dann eigentlich schon als Düngung für den Rest des Jahres. Wenn du den Erdbeerspinat aber erst im Laufe der Zeit düngen möchtest, kannst du das natürlich auch erst später tun. Wenn deinem Erdbeerspinat wichtige Nährstoffe fehlen, kann es sein, dass sich die Blätter deiner Pflanze nach und nach immer mehr aufhellen oder gelblich einfärben. Wenn das der Fall ist, dürfte ein wenig Dünger da helfen. Damit sich dein Erdbeerspinat besonders gut entwickeln kann, ist es sinnvoll, wenn du hin und wieder zwischen den Pflanzen Unkraut jätest. So kann dein Erdbeerspinat noch besser und schneller wachsen.

4. Spinatblätter und Früchte ernten

Schon nach etwa 6 bis 12 Wochen sind die Blätter vom Erdbeerspinat reif für die Ernte. Um die Spinatblätter zu ernten, kannst du mit den Händen vereinzelt so viele Blätter abzupfen, wie du benötigst. Mit einem scharfen Messer kannst du auch einen ganzen Stängel kurz über dem Boden abschneiden. Nach der Ernte bilden sich von selbst wieder neue Triebe. Die Ernte der Blätter kann so gut bis in den September hinein andauern. Die Spinatblätter selbst schmecken übrigens am besten, solange die Pflanze noch keine Blüten oder Früchte trägt. Danach werden sie leicht bitter. Junge Blätter schmecken beim Erdbeerspinat grundsätzlich etwas besser als ältere. Da die Blätter nach den Ernten recht schnell welken, solltest du sie möglichst direkt verarbeiten. Die Früchte sind reif, wenn sie sich rot eingefärbt haben.

Eine Möglichkeit, um die Spinatblätter nach der Ernte noch ein paar Tage länger nutzen zu können: Wickle sie in ein feuchtes Küchentuch ein und lege sie in den Kühlschrank. So können sie sich bis zu einer Woche halten. Die Früchte vom Erdbeerspinat können geerntet werden, nachdem sie sich rot eingefärbt haben.

Tipp: Je länger die Früchte an der Pflanze bleiben, desto schneller lässt ihr Aroma nach. Schon nach ein paar Tagen schmecken sie eher fad bis neutral. Pass also auf, dass du den perfekten Zeitpunkt für die Ernte nicht verpasst! Wenn du im Herbst einige Stängel an der Pflanze stehen lässt, wirst du wahrscheinlich im nächsten Jahr jede Menge kleine Erdbeerspinat-Pflanzen an der Stelle vorfinden

Herkunft

Der Erdbeerspinat soll ursprünglich aus Südeuropa, Kleinasien und dem Orient stammen. Die Herkunft ist allerdings nicht gänzlich nachgewiesen. Nachdem er sich innerhalb Europas immer weiter verbreitet hat, war der Erdbeerspinat auch in vielen Bauerngärten bei uns zu finden. Ab dem 16. Jahrhundert wurde er dann nach und nach von neuen, ertragreicheren Sorten verdrängt. Erst nach dem ersten Weltkrieg ist der Erdbeerspinat fast gänzlich von der Speisekarte verschwunden. Heute gilt er als Gemüserarität und wird eher selten angebaut.

Standort, Boden und Nachbarn

Dein Erdbeerspinat mag es gern sonnig und warm. Perfekt geeignet sind vollsonnige Standorte, aber auch ein halbschattiger Ort ist in Ordnung. Der optimale Boden für den Erdbeerspinat ist humos, tiefgründig und locker. Um den Boden etwas aufzulockern und durchlössiger zu machen, kannst du zum Beispiel etwas Sand und Kiesel unter die Erde mischen. Grundsätzlich mag der Erdbeerspinat nährstoffreiche Böden mit geringem Lehmanteil. Die Erde kannst du zu Beginn also auch sehr gut mit Humus und Kompost vermengen. Letztendlich ist der Erdbeerspinat aber recht anspruchslos und wächst eigentlich auch auf allen anderen normalen Böden. Wichtig ist beim Erdbeerspinat, wie auch bei anderen Spinat-Sorten, dass eine vielfältige Fruchtfolge eingehalten wird und der Spinat nicht immer am selben Standort steht. Der Erdbeerspinat wächst übrigens auch gut in Pflanzgefäßen auf dem Balkon.

Gute Nachbarn für den Erdbeerspinat sind Frühlingszwiebeln, Sellerie, Tomaten und Stangenbohnen. Als schlechte Nachbarn gelten sämtliche Kohlgemüse, die sogenannte Starkzehrer sind. Pass also auf, dass du deinen Erdbeerspinat nicht neben Blumen- oder Rosenkohl anbaust!

Namensgebung des Erdbeerspinats

Wer meint, der Erdbeerspinat sei eine Kreuzung aus Spinat und Erdbeeren…Falsch gedacht! Den Namen verdankt der Erdbeerspinat dem Aussehen seiner roten Früchte, die stark an Erdbeeren erinnern. Und woher der Erdbeerspinat das Wort „Spinat“ im Namen hat, dürfte wohl klar sein: seine Blätter werden nämlich ziemlich ähnlich wie Spinat zubereitet und erinnern noch dazu auch optisch ein wenig an klassische Spinatblätter. Es gibt übrigens zwei Arten von Erdbeerspinat: den Echten Erdbeerspinat (Chenopodium foliosum) und den Ährigen Erdbeerspinat (Chenopodium capitatum). In unserem Saatpapier steckt der Echte Erdbeerspinat. Wegen seiner gänsefuß-ähnlichen Blätter wird der Erdbeerspinat übrigens im Englischen auch als “Strawberry Goosefoot” bezeichnet

Aussehen

Als Gänsefußgewächs erinnern die hell- bis dunkelgrünen Blätter des Echten Erdbeerspinats in ihrer Form an Gänsefüße. Die Blätter werden bis zu 8 Zentimeter lang. Die Pflanze des Erdbeerspinats selbst wird um die 30 bis 60 Zentimeter groß und bildet im Laufe der Zeit lange Stängel aus. An diesen Stängeln wachsen die roten Früchte. Diese sind in etwa so groß wie Himbeeren und ähneln im Aussehen Erd- oder Himbeeren.