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Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

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Blutweiderich – Anzucht und Pflege der heimischen Wildpflanze

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Der Blutweiderich ist eine heimische, mehrjährige Wildstaude. Er zeichnet sich durch seine imposanten, purpurrosa bis pinken Blütenkerzen aus, die zahlreiche Insekten mit Pollen und Nektar versorgen. Damit ist er eine wichtige Insektenpflanze. Zwar liebt der Blutweiderich tendenziell feuchte bis nasse Böden, wächst bei häufigem Gießen aber auch auf normaler Gartenerde und im Kübel ohne Löcher. Der Blutweiderich ist ungiftig und in all seinen Pflanzenteilen essbar (auch die hübschen rosa- bis pinkfarbenen Blüten).

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Die imposanten Blüten des Blutweiderichs sind essbar und dienen gleichzeitig einer Vielzahl an Insekten als Pollen- und Nektarquelle.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Inhaltsverzeichnis

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Lythrum salicaria

1. Pflanzeneigenschaften

Blüte

Juni–September

Essbare Teile

Blüten, Blätter, Triebe, Wurzeln

Wuchshöhe

50–120 cm

Lebenszyklus

mehrjährig

Boden

feucht–nass, nährstoffreich, humos

Erntezeit

Juni–September

Standort

feucht, sonnig–halbschattig

Pflanzabstand

30 cm

Wasserbedarf

sehr hoch

Familie

Weiderichgewächse

Verwendung

Wild- und Heilpflanze

Freiland Aussaat

Januar–Juni, September–Dezember

Zimmer Aussaat

März–Mai

Keimdauer

2–3 Wochen

Keimtemperatur

10–20 °C

Keimart

Lichtkeimer

2. Anzucht des Blutweiderichs

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Im Freiland kann die Direktsaat des Blutweiderichs nahezu das ganze Jahr erfolgen, außer bei Frost und im Hochsommer. Die zeitige Frühjahrs-Aussaat im Freiland kannst du zwischen Januar und Juni vornehmen. Im Herbst kannst du den Blutweiderich ab September bis Dezember (nur bei Frost nicht) ebenfalls aussäen. Da die Direktsaat im Freiland fast das ganze Jahr erfolgen kann, ist prinzipiell keine Vorkultur des Blutweiderichs im Zimmer nötig. Falls du diese aber doch vornehmen möchtest, kannst du diese zwischen März und Mai einplanen. Da es sich beim Blutweiderich um einen sogenannten Lichtkeimer handelt, der zur Keimung Licht benötigt, solltest du die Samen auf der Erde nur andrücken und nicht mit Erde bedecken.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze
Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

2.1 Keimung

Der Blutweiderich gehört zu den Kaltkeimern. Seine Samen benötigen eine Kälteperiode, um die Keimhemmung aufzuheben. Damit die Keimruhe gebrochen wird, sollten die Samen etwa 2-4 Wochen kalt stehen (bei Temperaturen zwischen -4 ° C und +4° C.

Nach der Kälteperiode keimt der Blutweiderich bei einer idealen Keimtemperatur von 10 bis 20 °C innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Während der Keimphase ist es sehr wichtig, dass du Samen und Erde dauerhaft und gleichmäßig feucht hältst, da der Keimungsprozess sonst gestoppt werden kann. Der Blutweiderich lässt sich gut im Herbst aussäen, da die Aussaat zu diesem Zeitpunkt quasi den natürlichen Lebenszyklus vom Blutweiderich nachahmt.

Zu Beginn der Anzucht solltest du Anzuchterde verwenden. Diese ist nährstoffarm und hilft jungen Pflanzen dabei, auf der Suche nach Nährstoffen, starke Wurzeln auszubilden. Unserer Erfahrung nach gewährleistet sie einen optimalen Wachstumsstart, da Anzuchterde locker, luftig und feucht ist.

2.2 Keimlinge pikieren

Da die Samen vom Blutweiderich winzig klein sind, ist es bei der Aussaat gar nicht mal so leicht, den idealen Pflanzabstand von ca. 30 cm einzuhalten. Von daher kann es Sinn machen, die Pflanzen später zu pikieren – sie also zu vereinzeln. Wenn die Jungpflanzen vom Blutweiderich etwa 3 bis 5 cm groß sind und sich mindestens zwei richtige Blätter neben den Keimblättern gebildet haben, kannst du mit dem Pikieren beginnen. Um die Keimlinge aus der Erde zu heben, kannst du einen Löffel oder Pikierstab verwenden.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Gehe aber behutsam vor und greife die Pflanze am Wurzelballen, um ihren Stängel nicht zu beschädigen. Du kannst sie nun in einen neuen Topf mit Erde oder ins Beet setzen. Mit dem Pikierstab kannst du ein Loch für die Pflanze vorbereiten, sie hineinsetzen und andrücken.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze
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3. Pflege des Blutweiderichs

Der Blutweiderich ist eine pflegeleichte Wildpflanze. Im Beet benötigt er nur eine einmalige Düngung im Frühjahr. Das reicht für das gesamte Gartenjahr vollkommen aus. Auch im Topf oder Kübel solltest du nur sehr sparsam im Frühling und Frühsommer düngen. Zur Überwinterung kannst du abgestorbene Triebe vom Blutweiderich stehenlassen. Um eine unkontrollierte Selbstaussaat zu verhindern, kannst du abgeblühte Blütenkerzen im Spätsommer abschneiden.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze
Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Damit die Pflanze nach dem Winter wieder schön kräftig austreibt, kannst du sie im zeitigen Frühjahr bodennah (etwa handbreit über dem Boden) zurückschneiden. Der Blutweiderich hat einen sehr hohen Wasserbedarf und liebt feuchte Standorte (ideal sind z.B. Teichränder). Du kannst ihn aber auch im normalen Gartenbeet, Topf oder Kübel pflanzen, wenn du dich um eine regelmäßige und ausreichende Wasserversorgung kümmerst. Die wichtigste Pflegemaßnahme beim Blutweiderich ist ein regelmäßiges Bewässern!

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze
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3.1 Wasserbedarf

Der Blutweiderich hat einen sehr hohen Wasserbedarf. Es handelt sich um eine extrem anpassungsfähige Sumpfpflanze, die ideal auf dauerhaft feuchten bis nassen Böden gedeiht. Sie verträgt sogar stehendes Wasser (bis zu 5 bis 10 cm) und Überschwemmungen. Im Gartenbeet kann der Blutweiderich aber auch gut wachsen. Hier musst du darauf achten, den Boden ganzjährig frisch bis nass zu halten. Tatsächlich kommt der Blutweiderich sogar mit trockeneren Phasen gut zurecht, da er ein tiefreichendes Wurzelsystem ausbildet. Dennoch benötigt er im Beet an trockeneren Standorten regelmäßige und durchdringende Wassergaben.

Sogar im Topf oder Kübel kannst du den Blutweiderich trotz seines hohen Wasserbedarfs gut kultivieren. Da er Feuchtigkeit liebt, empfiehlt sich hierfür ein Gefäß mit Untersetzer, in dem das Wasser dauerhaft stehen kann oder ein Topf ohne Löcher. Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen, braucht man beim Blutweiderich keine Angst vor Staunässe haben!

3.2 Düngen

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Der Blutweiderich ist eine recht genügsame Wildpflanze. Im Freiland reicht im Frühjahr eine einmalige Gabe von Dünger aus. Im Gartenbeet kannst du reifen Kompost oder organischen Dünger wie Hornspäne im zeitigen Frühjahr (etwa März oder April) in die Erde einarbeiten.

Wenn die Pflanze am Teichrand direkt im Wasser steht, solltest du besser eine spezielle Düngerkugel verwenden und in den Wurzelbereich einbringen, um das Wasser nicht unnötig mit Nährstoffen zu belasten.

Auch bei Haltung im Topf oder Kübel, solltest du den Blutweiderich nur sparsam düngen, da er von Natur aus wirklich genügsam ist – auch wenn durch das Gießen im Topf Nährstoffe schneller ausgewaschen werden. Im Frühjahr und Frühsommer kannst du hier einen schwach dosierten, organischen Flüssigdünger wie z.B. Brennnesseljauche nutzen. Nach der Hauptblüte solltest du den Blutweiderich nicht mehr düngen, damit er sich gut auf die Winterruhe vorbereiten kann.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze
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3.3 Überwinterung

Blutweiderich ist mehrjährig, extrem winterhart und übersteht Temperaturen bis -23 °C gut. Im Herbst gehen die oberirdischen Teile ein. Die Pflanze überdauert den Winter problemlos über ihre Wurzeln. Im Beet und Garten benötigt der Blutweiderich keinen Frostschutz. Abgestorbene Stängel solltest du im Herbst nicht abschneiden, da sie vielen Insekten als Überwinterungsquartier dienen. Stattdessen kannst du sie im zeitigen Frühjahr (von März bis April) handhoch über dem Boden abschneiden.

Da der Blutweiderich bei einer Haltung im Topf komplett durchfrieren kann, kannst du diesen mit Vlies oder Jute umwickeln und an einen geschützten Ort, z.B. an eine Hauswand stellen. Bei Pflanzung in der Flachwasserzone (bis max. 20 cm) kann der Blutweiderich im Winter ebenfalls einfach stehenbleiben. Solltest du den Blutweiderich im Teich kultivieren, empfiehlt sich die Verwendung eines Pflanzkörbchens.

Auf den Punkt gebracht

Das Wichtigste für die Anzucht & Pflege des Blutweiderichs

Blutweiderich hat eine hohe Standorttoleranz.

Die Staude liebt zwar feuchte bis nasse Standorte wie Teichränder, Gräben oder Überschwemmungsgebiete, übersteht aber auch Trockenphasen problemlos. Selbst im Garten lässt sich der Blutweiderich in frischer bis feuchter Erde und im Kübel ohne Löcher kultivieren. Auch im Topf mit Untersetzer, in dem das Wasser gut stehen kann, kannst du die heimische Wildpflanze gut wachsen und gedeihen lassen.

Blutweiderich ist Staude
des Jahres 2024.

Der Blutweiderich ist eine wahre Bereicherung für Naturgärten. Wegen seines ökologischen Werts für feuchte Lebensräume und ihrer langen Blütezeit wurde er vom Bund Deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2024 gewählt. Er gilt als äußerst wichtige Nahrungsquelle für die heimische Biodiversität und ist ein wahrer Magnet für Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und Schmetterlinge.

Blutweiderich ist Staude des Jahres 2024.

Blutweiderich hat essbare Blüten.

Die rosa bis pink gefärbten, außergewöhnlichen Blüten vom Blutweiderich sind nicht nur hübsch, sondern auch essbar. Sie enthalten natürliche Farbstoffe und eignen sich hervorragend als buntes Topping für Salate, im Kräuterquark oder als essbare Dekoration auf Desserts und Kuchen.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

4. Standort, Boden & Nachbarn

Der Blutweiderich wächst gut an vollsonnigen bis halbschattigen Standorten. An sonnenreichen Plätzen ist die Blüte am üppigsten. Am besten gedeiht er auf feucht bis nassen, humus- und nährstoffreichen Lehmböden. Damit passt der Blutweiderich perfekt an den Teichrand oder in Feuchtwiesen. In Natur kommt er daher häufig an Uferzonen, Gräben, Bachläufen und Feuchtwiesen vor. Er ist ideal geeignet für die Randbepflanzung im flachen Wasser (bis ca. 10 cm Tiefe). Wenn er feucht gehalten wird, gedeiht er aber auch hervorragend im Topf oder Kübel oder im Gartenbeet in frischer bis feuchter Erde.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Der Blutweiderich harmoniert besonders gut mit anderen feuchtigkeitsliebenden Wildstauden. Gut geeignet sind zum Beispiel die rosafarbene Kuckucks-Lichtnelke oder das zartblühende, cremeweiße Mädesüß, die hübsche Bertramsgarbe. Die Wiesen-Schwertlilie bringt eine feine, grasartige Struktur in die Nachbarschaft. Taglilien können gelbe oder orange Akzente setzen, die in einem schönen Kontrast zum Blutweiderich stehen. Wasserdost erreicht eine ähnliche Höhe und passt farblich perfekt zum Blutweiderich. Auch die dunkelroten Blütenbälle des Großen Wiesenknopfes harmonieren gut mit den aufrechten, purpurvioletten Blütenkerzen vom Blutweiderich.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

5. Ernte & Verwendung

Der Blutweiderich ist essbar und eignet sich damit für die kulinarische Verwendung in der Küche. Die essbaren Blüten sind eine farbenfrohe Dekoration auf Salaten, im Kräuterquark, in Suppen und Nachspeisen. Ausgebacken in Pfannkuchenteig ähneln die frisch geernteten, blühenden Stängel ausgebackenen Holunderblüten und sind ein ganz besonderes Fingerfood. Junge Blätter und Triebe sind ebenfalls essbar und können als Salatbeilage oder wie Gemüse verwendet werden.

Dank seines hohen Gerbstoffgehaltes wirkt der Blutweiderich zusammenziehend. Traditionell findet er in der Volksheilkunde bei Durchfall, zur Wundbehandlung oder bei Schleimhautentzündungen Verwendung.

Aufgrund der auffälligen, rosa- bis pinkfarbenen Blütenähren kann der Blutweiderich bei der Gartengestaltung als Leitstaude genutzt werden. Gleichzeitig ist er eine extrem nektarreiche Bienen- und Schmetterlingspflanze, der zahlreiche Bestäuber anzieht und einen hohen ökologischen Wert für naturnah gestaltete Gärten hat. In der Vase ist er sehr langlebig, da sich Blüte für Blüte einzeln an der langen Blütenähre öffnet. Er passt hervorragend in farbenfrohe sommerliche Sträuße. Die Blüten kannst du während der Blütezeit zwischen Juni und September schneiden.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

6. Schädlinge und Krankheiten

Blutweiderich ist eine wirklich robuste und widerstandsfähige Wildpflanze. Er enthält Gerbstoffe und ätherische Öle, mit denen er Schädlinge wie Blattläuse und Schnecken von Natur aus fernhält. Die häufigste Krankheit ist die Blattfleckenkrankheit – eine Pilzerkrankung. Sie äußert sich durch dunkle Flecken mit scharfem Rand auf den Blättern. Bei leichtem Befall kannst du betroffene Blätter sofort entfernen. Bei unzureichender Wasserversorgung und Trockenheit tritt hin und wieder auch eine Blattvergilbung und Welke auf.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze

Die Blüten vom Blutweiderich finden nicht nur bei uns großen Anklang! Auf ihnen tummeln sich zahlreiche Insekten wie Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge.

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7. FAQ

Der Blutweiderich ist extrem pflegeleicht, hat aber wirklich großen Durst. Du solltest also am meisten Wert auf eine regelmäßige und ausreichende Bewässerung legen. Ansonsten ist die weitere Pflege vom Blutweiderich minimal. Abgestorbene Triebe kannst du einfach über den Winter stehen lassen und die Pflanze erst im zeitigen Frühjahr (zwischen März und April) handbreit über dem Boden zurückschneiden. Eine Düngung ist einmalig im Jahr sinnvoll.

Ja, Blutweiderich eignet sich hervorragend für verschiedene kreative DIY-Projekte. Du kannst zum Beispiel Stoffe und Wolle natürlich mit der Pflanze färben, da es sich beim Blutweiderich um eine Färberpflanze handelt. Das Farbergebnis sind erdige Gelb- und Brauntöne. Die hübschen Blüten kannst du aber auch pressen und zur Verzierung von Kerzen oder Papierkunstwerken nutzen. Ein selbstgemachtes Badesalz, bei dem du Meersalz mit getrockneten Blüten vom Blutweiderich und ätherischen Ölen vermischt, ist auch ein tolles DIY und Geschenk. Die pinken Sprenkel sorgen für einen hübschen optischen Kontrast im Glas.

Im Herbst sterben die oberirdischen Teile vom Blutweiderich ab und die Pflanze zieht sich in die Wurzeln zurück. Um den winterharten, mehrjährigen Blutweiderich zu überwintern, benötigt es im Freiland eigentlich keine Frostschutz-Maßnahmen. Im Topf oder Kübel kannst du ein wenig nachhelfen, indem du einen geschützten Ort an der Hauswand wählst und den Topf mit Jute oder Pflanzenvlies schützt. Blutweiderich verträgt aber sogar Temperaturen bis zu -23 °C.

Der Blutweiderich ist eine auffällige, elegante Wildstaude, die mit einer stolzen Wuchshöhe von 50 bis 120 cm sofort alle Blicke auf sich zieht. Ihr absolutes Highlight sind die majestätischen Blütenkerzen: Besetzt mit unzähligen, leuchtend rosa- bis pinkfarbenen Kronblättern tauchen sie Beete und Teichränder in ein sattes Purpurrosa.

Die Blüten vom Blutweiderich schmecken leicht fruchtig und herb bis säuerlich. Sie erinnern dezent an Dörrpflaumen. In kleineren Mengen kannst du sie als kulinarisches Highlight verwenden: Zupfe die einzelnen Blüten ab, um Salate, Kräuterquark oder Brotaufstrich optisch aufzuwerten oder verwende sie als essbare Deko auf Desserts, Torten oder eingearbeitet in farbenfrohem Blütenzucker. Ähnlich wie Holunderblüten kannst du auch den gesamten Blütenstand am Stiel in Pfannkuchenteig tauchen und ausbacken.

Natürlich wächst der Blutweiderich an Flussufern, Teichrändern und feuchten Wiesen. Er ist als heimische Wildpflanze perfekt an unser Klima angepasst und extrem robust. Überraschenderweise ist die feuchtigkeitsliebende Pflanze sehr Tolerant, was ihren Standort angeht und kann nicht nur an Teichränder gepflanzt werden. Sie kommt im Gartenbeet in frischer bis nasser Gartenerde auch gut zurecht. Auf dem Balkon in einem Topf ohne Löcher oder im Topf mit Untersetzer muss man ihn vielleicht noch häufiger gießen – er gedeiht aber prächtig!

Blutweiderich lässt sich gut mit anderen feuchtigkeitsliebenden Wildpflanzen kombinieren. Für sanfte, harmonische Farbkombinationen aus demselben Farbspektrum eignen sich die rosafarbene Kuckucks-Lichtnelke oder der Wasserdost. Mit den dunkelroten Blütenbällen passt aber auch der Große Wiesenknopf gut in die Nachbarschaft vom Blutweiderich. Das cremeweiße Mädesüß oder die edle Bertramsgarbe (Sumpf-Schafgarbe) sieht auch toll in Kombination aus. Für eine feine, abwechslungsreiche Struktur im Beet kann zudem die grasartige Wiesen-Schwertlilie sorgen. Wer auffällige Kontraste sucht, greift zu gelben oder orangen Taglilien.

Alle. Die Blüten sind im Geschmack leicht fruchtig und herb bis säuerlich. Sie erinnern dezent an Dörrpflaumen. Die jungen Blätter schmecken auch herb und säuerlich. Sie passen gut in Wildkräutersalate, Smoothies oder Suppen. Die jungen Triebe und Stängel sollten zur Verwendung noch weich und biegsam sein. Sie schmecken ähnlich wie die Blätter, leicht säuerlich. Die Wurzel ist extrem reich an Gerbstoffen und sehr holzig. Früher wurde sie in Notzeiten gekocht und verzehr. Kulinarisch gilt sie heute aber nicht unbedingt als Genuss.

8. Herkunft & Namensgebung

Der Blutweiderich ist eine heimische Wildpflanze, die aus gemäßigten Zonen Europas und Asiens stammt. Heute ist sie fast weltweit eingebürgert. Natürlicherweise wächst Blutweiderich bevorzugt an feuchten Standorten wie Flussufern, Teichrändern und Nasswiesen.

Über die Herkunft der Namensgebung ist sich die Wissenschaft nicht ganz einig: Der Name „Blutweiderich“ kann sich einerseits auf die kräftige, purpur bis fast blutrote Blütenfarbe beziehen. Andererseits kann der Name auch auf die traditionelle Nutzung in der Volksmedizin hindeuten. Früher wurde sie aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe als blutstillendes Mittel bei Wunden verwendet. „Weiderich“ ist eine Ableitung von „weidengleich“ und bezieht sich auf die weidenblattähnliche Form des Laubes der Pflanze.

9. Aussehen

Blutweiderich ist eine auffällige, elegante Wildstaude mit majestätischen Blütenkerzen. Die dichten, hoch aufragenden Ähren mit rosa- bis pinkfarbenen Blüten zeichnet sein Aussehen aus. Die Stängel sind straff und aufrecht. Die Blütenähren, an denen die Blüten dicht gedrängt sitzen, können eine Länge von bis zu 30 cm erreichen. Jede einzelne Blüte besitzt 5-6 leuchtend purpurfarbene bis rosafarbene Kronblätter. Insgesamt kann die Pflanze eine Wuchshöhe von 50 bis 120 cm erreichen. Die Blätter der Pflanze sitzen direkt am Stängel, sind lanzettlich geformt und umfassen den Stängel im Zweierpaar herzförmig. Der aufrechte, horstige Wuchs der Pflanze verleihen Staudenbeeten oder Teichrändern eine klare, vertikale Linie und Struktur. Gleichzeitig tauchen seine Blüten Beete in ein sattes, tiefes Purpurrosa, das im Sonnenlicht fast zu glühen scheint.

Blutweiderich Lyhtrum salicaria, Heimische, insektenfreundliche Wildpflanze
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