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Tipps zur Anzucht und Pflege von Dill

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Dill – Anzucht und Pflege der heimischen Staude

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Dill ist ein pflegeleichtes, aromatisches Würzkraut und eine wertvolle Insektenpflanze, die sich hervorragend für Kräuterbeete, Gemüsegärten, Hochbeete oder die Kultivierung in Töpfen auf Balkon und Terrasse eignet. Mit seinen feinen, filigranen Blättern und den dekorativen gelben Blütendolden setzt er attraktive Akzente im Garten. Die Blüten werden gerne von Bienen, Schwebfliegen und anderen nützlichen Insekten besucht. Sowohl die frischen Blätter als auch die Samen sind essbar und verleihen zahlreichen Gerichten, Salaten, Fischspeisen sowie eingelegtem Gemüse ihr charakteristisches Aroma. Dank seines unkomplizierten Wachstums ist Dill eine beliebte Bereicherung für jeden Kräuter- und Nutzgarten.

Tipps zur Anzucht und Pflege von Dill

Die filigranen Blätter vom Dill verleihen ihm ein zartes Aussehen und sorgen für luftige Leichtigkeit im Blumen- oder Kräuterbeet.

Dill Blüte

Inhaltsverzeichnis

Dill Blüte

Anethum graveolens

1. Pflanzeneigenschaften

Blüte

Mai–August

Essbare Teile

Blätter, Stängel, Blüten und Samen

Wuchshöhe

60–120 cm

Lebenszyklus

einjährig

Boden

mager, locker, humos, gut durchlässig

Erntezeit

ab Mai

Standort

sonnig–halbschattig

Pflanzabstand

15 cm

Wasserbedarf

mäßig

Familie

Doldenblütler

Verwendung

Küchenkraut

Freiland Aussaat

April–August

Zimmer Aussaat

ab März

Keimdauer

2–3 Wochen

Keimtemperatur

15–20 °C

Keimart

Lichtkeimer

2. Anzucht des Dills

Die Direktsaat von Dill kann im Freiland in etwa ab April erfolgen, da die Temperaturen dann konstanter über 15 °C liegen. Zu heiße Temperaturen über 30 °C oder ein winterliches Klima unter 10 °C mag Dill nicht. Deswegen solltest du unbedingt auf den geeigneten Aussaatzeitpunkt warten. Eine Vorkultur im Zimmer ist bei Dill nicht unbedingt notwendig. Falls du dennoch bereits im März mit der Anzucht starten möchtest, solltest du darauf achten, dass du die Pflanze danach nicht mehr umpflanzt und die Aussaat in einem tiefen Anzuchttopf erfolgt (ca. 25 bis 30 cm Tiefe), da Dill schnell eine lange Pfahlwurzel entwickelt und das Umpflanzen nur sehr schlecht verträgt. In einem zu flachen Topf, wird das Wachstum schnell gestoppt, die Pflanze trocknet rascher aus und hat eine schlechte Standfestigkeit. Dill ist außerdem ein Lichtkeimer, daher solltest du die Samen nur hauchdünn mit Erde bedecken.

Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink
Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink

2.1 Keimung

Bei idealen Temperaturen von 15 bis 20 °C keimt Dill in der Regel innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Während der Keimphase ist es sehr wichtig, dass du Samen und Erde dauerhaft und gleichmäßig feucht hältst, da der Keimungsprozess sonst gestoppt werden kann. Ganz unabhängig davon, ob du loses Saatgut verwendest, oder Dill aus unserem handgeschöpften Saatpapier anziehen möchtest.

Zu Beginn der Anzucht solltest du Anzuchterde verwenden. Diese ist nährstoffarm und hilft jungen Pflanzen dabei, auf der Suche nach Nährstoffen, starke Wurzeln auszubilden. Unserer Erfahrung nach gewährleistet sie einen optimalen Wachstumsstart, da Anzuchterde locker, luftig und feucht ist. Dill keimt eher ungleichmäßig aufgrund schwankender Bodenfeuchte und -temperatur, unterschiedlicher Saatgutreife und verschiedenen Härtegraden bei den Samenschalen. Im besten Fall kannst du dich schon nach einer Woche über die ersten Keimlinge freuen. Es kann aber bei anderen Dill-Samen auch 2-3 Wochen dauern, bis sie keimen.

2.2 Keimlinge pikieren

Dill solltest du eigentlich nicht pikieren oder weiter vereinzeln, da die Pfahlwurzeln enorm empfindlich sind und das Umtopfen nur sehr schlecht vertragen.

Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink

Wenn die einzelnen Keimlinge aber zu eng wachsen sollten und sich eine Vereinzelung nicht vermeiden lässt, solltest du beim Pikieren sehr behutsam und so früh wie möglich vorgehen. Wenn sich das erste Blattpaar gebildet hat, kannst du mit einem Pikierstab die Pflanze mitsamt Wurzel aus der Erde heben, indem du vorher die Erde etwas auflockerst. Alternativ kannst du auch zu dicht wachsende Keimlinge direkt abschneiden, um Wurzelstress zu vermeiden. Auf diese Weise schaffst du mehr Platz für die anderen Keimlinge und gehst nicht das Risiko ein, beim Pikieren andere Pflanzen zu beschädigen.

Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink
Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink

Ein kleiner Exkurs

Saatpapier zum Wachsen bringen

Während loses Saatgut direkt verteilt auf Erde ausgebracht, darin leicht angedrückt und mit etwas Erde bestreut wird, startet die Anzucht mit unserem handgeschöpften Saatpapier ein klein wenig anders: Zunächst wird das Saatpapier in kleinen Stückchen über Nacht in einem Glas mit Wasser eingeweicht. Danach werden Wasser und die aufgeweichten Papierstückchen miteinander zu einem breiartigen Gemisch verrührt und gut verteilt auf Erde gegossen. Nun muss die Anzucht hauchdünn mit wenig Erde bestreut und dauerhaft feucht gehalten werden. Erde und Samen dürfen auf keinen Fall (!) austrocknen. Wenn die Pflanzen bei der Keimung austrocknen, gehen sie ein bzw. gar nicht erst auf. Vermeide gleichzeitig aber Staunässe. Bitte lies dir unsere allgemeine Anleitung für die Anzucht von Saatpapier durch, bevor du mit der Anzucht startest und befolge die einzelnen Schritte.

Zur Saatpapier-Anleitung
Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink

3. Pflege des Dills

Dill gilt als pflegeleichtes Kraut, wenn die Standortbedingungen passen. Das Kraut benötigt nur sehr wenig Dünger (Schwachzehrer), da eine Überdüngung sogar dem Aroma schadet und Dill dadurch anfälliger für Krankheiten wird. Dafür benötigt die Pflanze regelmäßig Wasser, insbesondere wenn es sehr heiß ist. Staunässe gilt es dabei aber unbedingt zu vermeiden, da Dill sehr anfällig für Wurzelfäule und andere Pilzkrankheiten ist.

Die oberen, jungen Triebe beim Dill solltest du regelmäßig ernten und abschneiden, damit er buschig wächst. Außerdem solltest du für eine lange Ernte der Blätter verblühte Pflanzenteile rechtzeitig entfernen, bevor die Pflanze ihre Energie in die Samenbildung steckt. Einzelne welke oder gelbe Blätter kannst du abzupfen, bei stärkerem Befall bis zum gesunden Grün zurückschneiden und nicht auf der Pflanze lassen, da sie sonst faulen und Krankheiten fördern könnten.

Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink
Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) aus heylittlegreen-Samentütchen und heylittlegreen-handgeschöpftem Saatpapier, heimische Wildblume mit Blüten in rosa bis pink

3.1 Wasserbedarf

Dill ist bei der Wasserversorgung ein wenig zimperlich. Die Pflanze benötigt regelmäßig Wasser und sollte so gut wie möglich gleichmäßig feucht gehalten werden. Dennoch solltest du dabei Staunässe unbedingt vermeiden, da Dill aufgrund der sehr schnell eintretenden Wurzelfäule eingehen kann. Falls du die Pflanze in einem Topf großziehst, solltest du am besten auf einen tiefen Topf mit Loch im Boden zurückgreifen und im unteren Bereich des Topfes Drainage-Material bereitstellen (z.B. Kies), um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen. Achte außerdem darauf, dass der Topf ausreichend tief ist (mind. 25 cm), damit die Erde nicht zu schnell austrocknet. An heißen Tagen im Sommer benötigt das Kraut wesentlich mehr Wasser. Insgesamt solltest du die Feuchtigkeit der Erde regelmäßig kontrollieren (obere Erdschicht bis zu 3 cm Tiefe), um eine bedarfsgerechte Wasserversorgung zu ermöglichen.

3.2 Düngen

Dill ist ein Schwachzehrer und benötigt nur sehr wenig Dünger. Der Boden sollte sogar eher mager und durchlässig gehalten werden. Zu viele Nährstoffe schaden der Pflanze, beschleunigen die Blüte und machen die Pflanze insgesamt anfälliger für Krankheiten, wie die Fusarium-Welke, bei der sich die Blätter verfärben und welk werden. Bei Überdüngung – besonders durch Stickstoff – verliert er fast sein gesamtes Aroma und schmeckt wässrig. Wenn dein Boden sehr mager ist, kannst du aber ein wenig Kompost vor der Aussaat hinzugeben. Dann ist keine weitere Düngung im gesamten Jahr nötig.

Dill überwintern
Dill überwintern

3.3 Überwinterung

Dill ist eine einjährige Pflanze und kann nicht überwintert werden. Wenn du allerdings die Pflanze blühen lässt, damit sie später Samen ausbildet und sich diese auf dem Boden verteilen (Selbstaussaat), keimen diese im nächsten Frühjahr quasi von selbst. Den Winter überstehen die Samen ohne Probleme. Alternativ kannst du das Saatgut natürlich auch selbst ernten und die Samen eigenständig aussäen, um eine kontrollierte Aussaat zu ermöglichen. Sobald sich die Blütendolden braun färben, kannst du die Samen ernten. Dafür kannst du die Dolden abschneiden und kopfüber zum Trocknen aufhängen. Die reifen Samen kannst du dann nach einigen Tagen in ein Gefäß abschütteln.

Auf den Punkt gebracht

Das Wichtigste für die Anzucht & Pflege von Dill

Dill hasst Staunässe.

Wenn du etwas bei der Anzucht und Pflege von Dill vermeiden solltest, dann ist es Staunässe, da die Pflanze sehr empfindlich darauf reagiert und die Wurzeln sehr schnell faulen. Dennoch möchte die Pflanze gleichmäßig feucht gehalten werden. Kontrolliere daher also regelmäßig die Feuchtigkeit der oberen Erdschicht (bis zu 3 cm Tiefe).

Dill möchte nicht
umgetopft werden.

Das Pikieren und Vereinzeln von Dill-Keimlingen kann heikel werden, da das Kraut sehr schnell eine lange Pfahlwurzel ausbildet, die sehr empfindlich auf ein Umtopfen reagieren kann. Säe Dill daher direkt im Endtopf oder im Freiland aus und ändere den Standort nicht.

Dill möchte nicht umgetopft werden.

Dill bildet tiefe Wurzeln aus.

Falls du Dill im Topf anziehst, solltest du einen tiefen Topf mit mind. 25 cm Tiefe wählen. Wähle einen Topf mit Loch im Boden und stelle ein wenig Drainage-Material (z.B. Kies) im unteren Bereich bereit, um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen.

Dill Tipps zur Bekämpfung von den häufigsten Krankheiten und Schädlingen

4. Standort, Boden & Nachbarn

Dill wächst gut an einem sonnigen bis halbschattigen, warmen Standort. Am besten gedeiht eher auf einem mageren bis humosen, lockeren und durchlässigen Boden. Er eignet sich sehr gut für Kräuterbeete, Gemüsegärten, Hochbeete oder die Kultivierung in Töpfen auf dem Balkon oder der Terrasse.

Dill Standort, Boden und gute Nachbarn

Gute Nachbarn sind vor allem Pflanzen, die ähnliche Standortansprüche haben. Dill passt gut in Mischkulturen mit Gemüse wie Gurken, Salat oder Kohl. Dabei kann Dill sogar Schädlinge fernhalten und Bestäuber und Nützlinge anlocken. Gute Kräuter-Nachbarn können auch Koriander und Petersilie sein. Stark wuchernde oder sehr nährstoffhungrige Pflanzen solltest du allerdings nicht neben Dill pflanzen, da dieser mehr Düngung benötigen und Dill bei Überdüngung anfällig für Krankheiten ist. Außerdem kann Dill einen Starkzehrer (z.B. Tomaten) nicht gut ausgleichen, da er nur einen mäßigen Nährstoffbedarf hat. Er würde entsprechend schwächer wachsen, die Blätter würden weniger aromatisch und die Pflanze würde schneller dazu tendieren, Blüten auszubilden.

Dill Standort, Boden und gute Nachbarn

5. Ernte & Verwendung

Dill ist ein vielseitiges Küchenkraut, das vor allem für sein frisches, leicht süßlich-würziges Aroma bekannt ist. Du solltest bei der Ernte der Blätter nur die oberen Triebe (Dillspitzen) mit einer sauberen Schere abschneiden, da die jungen Blätter die aromatischsten sind. Ernte allerdings nicht zu viel und lass die Seitentriebe stehen, damit die Pflanze weiter buschig nachwächst. Du kannst die Dillspitzen auch haltbar machen, indem du sie trocknest oder gefrierst. Im Tiefkühlfach halten die Blätter ihr Aroma allerdings wesentlich besser. Sobald die Pflanze blüht, werden die Blätter weniger aromatisch und du kannst später die Samen der Pflanze ernten.

Schneide dafür die Dolden ab und hänge sie kopfüber zum Trocknen auf. Die reifen Samen kannst du nach wenigen Tagen dann abschütteln und für eine erneute Aussaat oder zum Einlegen von Gemüse nutzen. Die Samen schmecken wesentlich intensiver und schärfer als die Dillspitzen. Die Dillspitzen kannst du dagegen gut verwenden, um Kartoffel-, Gurken- oder Fisch-Gerichte zu würzen oder deinem Salat das gewisse Etwas zu verleihen. Du solltest die Dillspitzen möglichst frisch verwenden und erst am Ende zugeben, da sie beim Erhitzen schnell Aroma verlieren.

6. Schädlinge und Krankheiten

Dill wird am häufigsten vom falschen Mehltau, der Fusarium-Welke und Blattläusen befallen. Bei der Fusarium-Welke werden die Blätter gelblich bis bräunlich und das Wachstum der Pflanze stoppt stark ab. Ursachen können ein bereits befallener Boden, Staunässe, ein zu dichter Anbau oder Stress durch Hitze oder Überdüngung sein. Befallene Pflanzenteile solltest du schnell entfernen und entsorgen.

Bei falschem Mehltau entwickelt Dill geblichen bis hellgrüne Flecken auf den Blättern bzw. Blattadern, während auf der Blattunterseite ein grau-violetter Pilzbelag entstehen kann. Befallene Blätter welken und sterben mit der Zeit ab. Ursachen können eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und Blattnässe durch Regen oder Überkopfbewässerung sein. Wenn Dill zu eng angebaut wird, kann die Luft auch zu wenig zirkulieren, um die Trocknung der Blätter zu ermöglichen. Auch bei falschem Mehltau solltest du die bei der Fusarium-Welke befallene Blätter schnell und großzügig entfernen. Du kannst falschem Mehltau vorbeugen, indem du zusätzlich darauf achtest, die Pflanze am Boden und morgens zu gießen.

Leider sind auch Blattläuse keine seltenen Gäste bei Dill. Diese befallen vor allem bereits geschwächte Pflanzen. Die Blätter vom Dill bilden dabei einen klebrigen Belag auf den Blättern (Honigtau) und rollen sich ein. Die Blattläuse kannst du mithilfe eines Wasserstrahls entfernen. Vorbeugend solltest du darauf achten, dass du Dill nicht überdüngst und die Pflanze ausreichend Abstand zur nächsten Pflanze zur Luftzirkulation hat. Außerdem kannst du andere Pflanzen zur „Ablenkung“ der Blattläuse nutzen. Ringelblumen ziehen Blattläuse beispielweise an und lenken sie von Kräutern und Gemüse ab.

Dill Tipps zur Bekämpfung von den häufigsten Krankheiten und Schädlingen

Bei der Ernte von Dill sollest du darauf achten, dass du eher die Dillspitzen erntest, um die Pflanze weiter buschig nachwachsen kann.

7. FAQ

Im Freiland kannst du Dill am besten zwischen April und Juni aussäen. Je nach Wetterbedingungen und Region ist auch eine Aussaat im Juli und August möglich, allerdings sollten die Temperaturen nicht über 30 °C gehen.

Ein Umtopfen oder Pikieren von Dill-Keimlingen solltest du eigentlich vermeiden, da Dill schon früh lange Pfahlwurzeln ausbildet, die sehr empfindlich auf ein Umtopfen reagieren. Am besten säest du Dill direkt an dem Standort aus, der für ihn angedacht ist, damit du die Keimlinge gar nicht erst pikieren musst. Falls du einen Topf verwendest, um die Pflanze großzuziehen, sollte dieser tief (über 25 cm) sein und eine gute Drainage ermöglichen. Dafür kannst du einen Topf mit Loch verwenden und z.B. Kies im unteren Bereich des Topfes auslegen.

Bei der Ernte von Dill solltest du darauf achten, nur die oberen Dillspitzen abzuschneiden, damit die Pflanze möglichst buschig weiterwachsen kann. Lass die Seitentriebe dafür am besten stehen und ernte nicht zu viel.

Weder noch. Dill mag weder Staunässe, noch kann er auf regelmäßig Wasser verzichten. Kontrolliere daher regelmäßig die Feuchtigkeit der obersten Erdschicht (a. 3 cm), um festzustellen, ob die Pflanze Wasser benötigt. Außerdem kannst du mit einer guten Drainage (z.B. Kies, Loch im Topf etc.) bereits gegen Staunässe vorsorgen. Bei Staunässe kann es bei Dill sehr schnell passieren, dass die Wurzeln faulen.

Leider nein. Dill ist eine einjährige Pflanze, die nicht überwintert werden kann. Falls du im Folgejahr aber nochmal in Genuss dieses aromatischen Küchenkrauts kommen möchtest, kannst du die Blütenstände vom Dill nach der Blüte einfach stehen lassen, damit sich die Pflanze selbst aussät. Die Samen überstehen den Winter nämlich ohne Probleme. Alternativ kannst du die Samen auch ernten, um die Pflanze im kommenden Jahr kontrollierter anzubauen. Dafür kannst du die trockenen Dolden abschneiden und über Kopf zum trocknen aufhängen. Die Samen kannst du dann später einfach heraus schütteln.

Unter gewissen Voraussetzungen ist auch die Anzucht von Dill im Zimmer möglich. Du solltest hierbei unbedingt darauf achten, dass du einen hellen Standort mit viel direktem Sonnenlicht (6–8 Stunden täglich) wählst und Dill nicht direkt über eine Heizung setzt. Die Pflanze fühlt sich nämlich bei Temperaturen zwischen 15 °C und 22 °C am wohlsten. Im Winter wirst du allerdings um ein zusätzliches Pflanzenlicht nicht herumkommen.

Wenn du Dill im (Hoch-) Beet großziehen möchtest, solltest du darauf achten, dass er neben keinen starkzehrenden Pflanze steht, da Dill nur wenig bis gar keinen Dünger benötigt und neben einer starkzehrenden Pflanze schlechter wächst. Zu viele Nährstoffe in der Erde machen Dill sogar anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Gut geeignet sind daher Mischkulturen wie Gurken, Salat oder Kohl oder Kräuter-Nachbarn wie Koriander und Petersilie.

Dill keimt häufig nach und nach innerhalb eines Zeitraums von 2–3 Wochen bei ca. 15–20 °C.

8. Herkunft & Namensgebung

Dill stammt wohl ursprünglich aus Südostasien und hat sich über Südeuropa bzw. dem Mittelmeerraum auch bei uns ausgebreitet. Dill ist in Deutschland keine typische Wildpflanze, kann aber dennoch gelegentlich an Wegrändern oder in wärmeren Gebieten gefunden werden, da er als Wild- oder Kulturflüchtling aus Gärten entkommen ist. Im mitteleuropäischen Raum ist Dill aber eher ein Kulturkraut, das vor allem in Gärten zu finden ist. Dennoch ist er sehr beliebt bei Bienen und anderen Insekten.

Der Name „Dill“ leitet sich vom altenglischen Wort „dylle“ ab. Übersetzt bedeutet dies „mildern“ oder „beruhigen“, was auf die historische Nutzung der Pflanze als Mittel gegen Blähungen oder zur Förderung der Muttermilch zurückgeht.

9. Aussehen

Das charakteristische Erscheinungsbild von Dill sind seine fein gefiederten, filigranen Blätter, die ihm ein leichtes, fast federartiges Aussehen verleihen. Die Pflanze wächst aufrecht und kann eine Wuchshöhe von etwa 60 bis 120 cm erreichen. Im Sommer bildet Dill markante gelbe Blütendolden, die aus vielen kleinen Einzelblüten bestehen und der Pflanze ein zartes, leuchtendes Erscheinungsbild geben. Die schlanken, gerillten Stängel wirken elegant und locker verzweigt und verleihen Dill seine typische luftige Struktur im Kräuterbeet.