Hasenschwanzgras – Pflege und Anzucht des flauschigen Ziergrases für Zimmer, Balkon und Garten
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Das Hasenschwanzgras ist mit seinen flauschigen, samtweichen Blütenständen eines der beliebtesten Ziergräser. Getrocknet macht es sich in Blumensträußen oder Kränzen ganz hervorragend. Das Gras zeichnet sich durch einen sehr geringen Anspruch an die Pflege aus und wächst sowohl im Garten und auf dem Balkon, als auch im Zimmer. Wie du das Ziergras anziehen und pflegen kannst, möchten wir dir auf dieser Seite im Detail zeigen.
Lagurus Ovatus
Pflanzeneigenschaften
Blüte
Juni – September
Essbare Teile
keine
Wuchshöhe
10 – 60 cm
Lebenszyklus
einjährig
Boden
sandig, mager
Erntezeit
Sommer – Herbst
Standort
sonnig
Pflanzabstand
10 cm
Wasserbedarf
gering
Familie
Süßgräser
Verwendung
Ziergras/ Trockenblume
Freiland Aussaat
April – Juni
Zimmer Aussaat
ganzjährig
Keimdauer
1 – 2 Wochen
Keimtemperatur
15 – 20 °C
Keimart
Lichtkeimer
Anzucht
Nach der Keimung aus unserem Saatpapier erinnert das Hasenschwanzgras an klassisches Gras. Aber wenige Monate später wird es dich mit seinen flauschigen Blüten garantiert verzaubern!
Im Haus kann das Hasenschwanzgras ganzjährig an- und großgezogen werden. Es eignet sich unserer eigenen Erfahrung nach – ähnlich wie Küchenkräuter – ziemlich gut für die Fensterbank. Es bildet sogar im Zimmer seine flauschigen Blüten aus. Im Freiland bietet sich eine Aussaat zwischen Mitte April und Juni an. Mit der Vorzucht im Zimmer kannst du bereits im März starten, wenn du die Pflanzen später nach draußen setzen möchtest. Da das Hasenschwanzgras zu den Lichtkeimern gehört und die Samen Licht zur Keimung benötigen, solltest du die Samen nur hauchdünn mit Erde bedecken.
Keimung
Bei Zimmertemperatur keimt das Hasenschwanzgras in der Regel sehr schnell, innerhalb weniger Tage. Im Freiland liegt die ideale Keimtemperatur bei 15 – 20 °C. Die Keimdauer beträgt dann etwa 1 bis 2 Wochen.
Egal ob bei der Verwendung von losem Saatgut oder von unserem handgeschöpften Saatpapier: Es ist sehr wichtig, die Samen bis zur Keimung immer feucht zu halten und sie nicht austrocknen zu lassen, da der Keimungsprozess sonst gestoppt werden kann. Zu Beginn solltest du Anzuchterde verwenden. Diese ist nährstoffarm und hilft jungen Pflanzen dabei, auf der Suche nach Nährstoffen, starke Wurzeln auszubilden. Unserer Erfahrung nach gewährleistet sie einen optimalen Wachstumsstart, da Anzuchterde locker, luftig und feucht ist.
Saatpapier zum Wachsen bringen
Während loses Saatgut direkt verteilt auf Erde ausgebracht, darin leicht angedrückt und mit etwas Erde bestreut wird, startet die Anzucht aus Saatpapier ein klein wenig anders: Zunächst wird das Saatpapier in kleinen Stückchen über Nacht in einem Glas mit Wasser eingeweicht. Danach werden Wasser und die aufgeweichten Papierstückchen miteinander zu einem breiartigen Gemisch verrührt und gut verteilt auf Erde gegossen. Nun muss die Anzucht hauchdünn mit wenig Erde bestreut und dauerhaft feucht gehalten werden. Erde und Samen dürfen auf keinen Fall (!) austrocknen. Wenn die Pflanzen bei der Keimung austrocknen, gehen sie ein bzw. gar nicht erst auf. Vermeide gleichzeitig aber Staunässe. Bitte lies dir unsere allgemeine Anleitung für die Anzucht von Saatpapier durch, bevor du mit der Anzucht startest und befolge die einzelnen Schritte.
Keimlinge pikieren
Es ist nicht üblich, Ziergräser zu vereinzeln. Meist macht es mehr Sinn, sie direkt mit etwas Abstand auszusäen. Unserer Erfahrung nach ist das Hasenschwanzgras sehr anpassungsfähig und kommt auch gut zurecht, wenn die einzelnen Pflanzen etwas enger stehen. Im Gegenteil sogar: für die Optik gefällt uns persönlich ein dichter Wuchs des Ziergrases etwas besser. Aus rein botanischer Sicht wäre es für das Pflanzenwachstum natürlich vorteilhafter, wenn der ideale Pflanzabstand von etwa 10 cm eingehalten wird.
Pflege
Hasenschwanzgras ist nicht sonderlich anspruchsvoll, sodass sich die Pflege sehr einfach gestaltet. Du kannst das Hasenschwanzgras sparsam gießen, da es Trockenheit bevorzugt und einen geringen Wasserbedarf hat. Eine sparsame Düngung hin und wieder ist in Ordnung. Aber nur in Maßen! Sonst kann es passieren, dass dich statt einem flauschigen Blütenmeer aus kleinen Hasenschwänzchen ein saftig-grüner englischer Rasen erwartet. Das Ziergras benötigt keinen Rückschnitt, sondern kann natürlich wachsen.
Wasserbedarf
Das Hasenschwanzgras ist trockenheitstolerant und hat einen geringen Wasserbedarf. Nur bei langen Trockenperioden benötigt es im Beet zusätzliche Wassergabe. Im Topf oder Kübel solltest du natürlich auf eine regelmäßige Bewässerung achten, da die Erde viel schneller austrocknet. Im Garten solltest du lieber seltener, dafür gründlich gießen. Egal ob im Topf oder im Beet: Staunässe musst du unbedingt vermeiden, da diese zu Wurzelfäule führen und die Pflanze schwächen kann. Um Staunässe zu vermeiden, kannst du darauf achten, dass der Boden gut durchlässig ist.
Düngen
Das genügsame Hasenschwanzgras benötigt nur eine geringe bis keine Düngung. Zu viele Nährstoffe im Boden können zu einem verstärkten Wachstum der Blätter auf Kosten der Blüten führen. Falls du das Hasenschwanzgras überhaupt sparsam düngen möchtest, ist eine leichte Düngung im Frühjahr mit etwas Kompost ausreichend. Denk auf jeden Fall an das Sprichwort „Weniger ist mehr“ – da eine Überdüngung die Entwicklung der hasenschwanzartigen Blüten hindert.
Überwinterung
Da das Hasenschwanzgras aus mediterranen Regionen stammt, wird es in Mitteleuropa als einjährige Pflanze behandelt. Davon ausgehend, dass das Ziergras nicht winterhart ist, ist ein Winterschutz also nicht erforderlich. Damit du dich im kommenden Jahr erneut an den flauschigen kleinen Gräsern erfreuen kannst, kannst du das Süßgras entweder an einem frostfreien Ort überwintern oder die Pflanze im Herbst stehen lassen. Denn: Die Pflanze versamt sich ganz wunderbar von allein und im kommenden Jahr treibt sie unserer Erfahrung nach häufig schon sehr früh wieder aus und wächst dann wie von allein weiter. Es gibt aber übrigens auch Hobbygärtnerinnen und -gärtner, die davon berichten, dass das Hasenschwanzgras bei ihnen über den (milden) Winter gekommen sei.
Standort, Boden & Nachbarn
Viel Sonne und warme Temperaturen – diese Bedingungen liebt das mediterrane Hasenschwanzgras besonders. Idealerweise steht es hell und vollsonnig, da sich im Schatten weniger Blüten ausbilden. Es bevorzugt sandige, gute durchlässige und nährstoff- sowie kalkarme, magere Böden. Pflanze das Hasenschwanzgras in einen eher trockenen, sandig bis kiesigen Boden, da dort überschüssige Feuchtigkeit besser versickern kann und der Bildung von Staunässe vorgebeugt wird.
Das Hasenschwanzgras kann sowohl im Zimmer auf einer sonnigen Fensterbank als auch auf Balkon, Terrasse oder im Garten wachsen. Besonders schön sieht das Hasenschwanzgras mit bunt blühenden Blumen wie der Duftwicke, Margeriten, Verbenen, Strandflieder oder Ballonblumen aus. Bei der Wahl von passenden Nachbarn für das Hasenschwanzgras sind der Kreativität wenig Grenzen gesetzt. Uns gefällt zum Beispiel die Kombination mit blauen Farbakzenten, wie denen von Kornblumen, Rittersporn, Vergissmeinnicht oder der Jungfer im Grünen, besonders gut.
Ernte & Verwendung
Sobald sich die Puschel vom Hasenschwanzgras zwischen Sommer und Herbst von der hellgrünen Färbung zu einem cremeweißen Farbton verändern, können sie für Trockensträuße oder Kränze geerntet werden. Die Stängel kannst du vereinzelt abschneiden und über Kopf trocknen lassen.
Wir empfehlen dir, am Ende der Blüte unbedingt noch ein paar Stängel stehen zu lassen, die im Herbst und Winter ein schöner Hingucker im Garten oder auf dem Balkon sind und dazu beitragen, dass dich im nächsten Jahr wieder so ein tolles Meer aus samtweichen Samenständen erwartet. Wenn du Lust auf ein kleines DIY-Projekt mit Hasenschwanzgras hast, schau dir doch mal diesen Blogbeitrag von uns an, in dem wir zeigen, wie du die Puschel vom Hasenschwanzgras natürlich färben kannst.
Schädlinge & Krankheiten
Im Allgemeinen handelt es sich beim Hasenschwanzgras um eine Pflanze, die selten von Schädlingen befallen wird. Bei der Pflege ist aber die Vermeidung von Staunässe umso wichtiger, da diese zur Bildung von Wurzelfäule und zur Schwächung der Pflanze führen kann. Staunässe kann auch dazu beitragen, dass die Blätter vom Hasenschwanzgras zu welken beginnen oder sich braune Blattspitzen entwickeln.
FAQ
Ja. Wir haben es selbst ausprobiert und es funktioniert tatsächlich ganz wunderbar an einem warmen, sonnigen Platz auf der Fensterbank. Das Hasenschwanzgras ist wirklich sehr pflegeleicht und anpassungsfähig. So kannst du es sowohl im Garten, als auch auf der Terrasse, dem Balkon oder im Zimmer großziehen und bis zur Blüte bringen.
Die Blütezeit vom Hasenschwanzgras reicht etwa von Juni bis in den Spätsommer hinein. Erst wenn die hasenschwanzartigen Puschel ihren Farbton von hellgrün zu einem zarten cremeweiß verändern, ist die Zeit gekommen, sie zu ernten. Dann halten sie in Trockenblumensträußen oder -kränzen ewig.
Die samtweichen, wollig anmutenden Blütenrispen vom Hasenschwanzgras erinnern an kleine Hasenschwänze. Das hat dem besonderen Ziergras wohl seinen außergewöhnlich schönen Namen eingebracht.
Nein. Tatsächlich wird Hasenschwanzgras in der Regel nicht von Schädlingen befallen. Es ist auch nicht besonders anfällig für Krankheiten, mag aber Staunässe überhaupt nicht. Durch Staunässe kann die Pflanze geschwächt werden, es kann Wurzelfäule entstehen und die Blätter können verwelken oder braune Blattspitzen entwickeln. Du solltest also gut darauf achten, dass das Hasenschwanzgras auf einem durchlässigen Boden steht, auf dem Wasser gut versickern kann.
Hasenschwanzgras wächst zunächst wie normales Gras. Später aber bilden sich wunderschöne samtartige Blütenrispen, die auf dünnen Stängeln sitzen und ein wenig an kleine Hasenschwänze erinnern. Die Blütenstände sind oval und wirken behaart bis flauschig-wollig.
Nein. Hasenschwanzgras ist nicht für den Verzehr geeignet. Es ist eine Zier-/ Trockenblume, die keinen kulinarischen Nutzen hat und nicht als Lebensmittel vorgesehen ist.
Bei der Wahl von passenden Nachbarn für das Hasenschwanzgras kannst du deiner Kreativität eigentlich freien Lauf lassen. Uns gefällt die Kombination mit Pflanzen, die blaue Farbakzente bieten, wie zum Beispiel Kornblumen, Rittersporn, Vergissmeinnicht oder Junger im Grünen sehr gut. Auch mit anderen bunten Blumen wie der Duftwicke, Margeriten, Verbenen, Strandflieder oder Ballonblumen sieht das Hasenschwanzgras sehr harmonisch aus.
Jein. Eigentlich nein. Das aus dem Mittelmeerraum stammende Hasenschwanzgras gilt in Mitteleuropa als einjähriges Ziergras, das nicht überwintert. Wenn du es frostfrei stellen kannst, hat es aber durchaus eine Chance, wie wir es selbst erlebt haben und wie es von Hobbygärtnerinnen und -gärtnern auch berichtet wird.
Herkunft & Namensgebung
Ursprünglich stammt das Hasenschwanzgras aus dem Mittelmeerraum und der Küste des Atlantiks in Westeuropa, den Kanaren und Nordafrika. Wegen seiner hohen Anpassungsfähigkeit hat es sich mit der Zeit weltweit verbreitet und kommt heute auf allen Kontinenten vor. So können wir das flauschige Samtgras als echten Weltenbummler bezeichnen.
Die samtweichen Blütenrispen erinnern an kleine Hasenschwänze. Diesen Rispen verdankt das Hasenschwanzgras seinen außergewöhnlich schönen Namen. Auch bekannt ist das Ziergras unter dem Namen Samtgras. Der botanische Name „Lagurus Ovatus“ lässt sich wie folgt erklären: „ovatus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „eiförmig“, was die Form der Blütenstände beschreibt. „Lagurus“ lässt sich aus dem Griechischen ableiten und heißt „Hasenschwanz“.
Aussehen
Das Ziergras kann eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 60 cm erreichen. Die samtweichen, wolligen Blüten sitzen auf dünnen Stängeln. Die dicht stehenden, in den Himmel ragenden Blütenrispen sind ei- bis kugelförmig und fein behaart. Sie erinnern an kleine Hasenschwänzchen. Je nach Sorte können sie bis zu 7 cm groß werden. Zunächst haben die Blütenköpfe eine hellgrüne Färbung. Mit der Zeit bleichen sie aus und werden cremeweiß bis bräunlich. Gerade wenn der Wind durch das wunderschöne Samtgras weht, wippen die buschigen Blütenstände mit. Uns kommt es in der Abendsonne fast so vor, als wären die schönen Puschel goldfarben. Hasenschwanzgras hat lanzettförmige, grasgrüne, leicht behaarte Blätter. Die Blütezeit reicht etwa von Juni bis in den Spätsommer.
