Salatbasilikum – Anzucht und Pflege des würzigen Küchenkrauts mit XXL-Blättern
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Das Salatbasilikum zeichnet sich durch seine sehr großen, aromatischen Blätter aus, die nahezu handgroß werden können. Die hellgrünen Blätter vom salatblättrigen Basilikum wirken mit ihrer gewellten Form fast wie richtige Salatblätter – auch dank der beeindruckenden Größe von ca. 10 cm. Im Kräuterbeet oder im Topf wirkt die Pflanze durch ihre üppige, krause Optik besonders dekorativ.
Ocimum basilicum
1. Pflanzeneigenschaften
Blüte
Juni–September
Essbare Teile
Blätter, Blüten, Triebe, Stängel
Wuchshöhe
30–60 cm
Lebenszyklus
einjährig
Boden
nährstoffreich, durchlässig
Erntezeit
Juni–Oktober/ ganzjährig
Standort
sonnig, windgeschützt
Pflanzabstand
20–30 cm
Wasserbedarf
sehr hoch
Familie
Lippenblütler
Verwendung
Küchenkraut
Freiland Aussaat
Mai–Juli
Zimmer Aussaat
ganzjährig
Keimdauer
1–2 Wochen
Keimtemperatur
20–25 °C
Keimart
Lichtkeimer
2. Anzucht des Salatbasilikums
Salatbasilikum ist ein einjähriges Küchenkraut. Im Freiland kann es ab Mai nach dem letzten Frost ausgesät werden. Die Anzucht im Zimmer kann ganzjährig erfolgen. Da sämtliche Basilikum-Sorten zu den sogenannten Lichtkeimern gehören, die zur Keimung einen Lichtreiz benötigen, solltest du die Samen nur hauchdünn mit Erde bedecken.
2.1 Keimung
Das Salatbasilikum keimt in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen bei einer optimalen Keimtemperatur von 20 bis 25 °C. Für die Anzucht empfehlen wir generell eher die Vorzucht im Zimmer, damit du optimale Bedingungen sicherstellen kannst und deine Anzucht immer im Blick behältst.
Egal ob bei der Verwendung von losem Saatgut oder von unserem handgeschöpften Saatpapier: Es ist sehr wichtig, die Samen bis zur Keimung immer feucht zu halten und sie nicht austrocknen zu lassen, da der Keimungsprozess sonst gestoppt werden kann. Zu Beginn solltest du Anzuchterde verwenden. Diese ist nährstoffarm und hilft jungen Pflanzen dabei, auf der Suche nach Nährstoffen, starke Wurzeln auszubilden. Unserer Erfahrung nach gewährleistet sie einen optimalen Wachstumsstart, da Anzuchterde locker, luftig und feucht ist.
2.2 Keimlinge pikieren
Der ideale Pflanzabstand vom Salatbasilikum liegt bei etwa 20 bis 30 cm. Falls du bemerken solltest, dass die Jungpflanzen zu dicht stehen, bietet es sich an, sie zu pikieren (also zu vereinzeln) und mit etwas größerem Abstand voneinander zu setzen. Bei uns wächst das Salatbasilikum aber durchaus auch mal enger als andere Pflanzen. Wenn die Pflanzen allerdings zu eng beieinander stehen kann es sein, dass sie eingehen oder sich schlecht entwickeln, da der Konkurrenzkampf um Nährstoffe zu groß ist. Zum Vereinzeln kannst du einen Pikierstab oder Löffel verwenden und so die Jungpflanzen aus der Erde heben.
Gehe aber behutsam vor und greife die Pflanze am Wurzelballen, um ihren Stängel nicht zu beschädigen. Du kannst sie nun in einen neuen Topf mit Erde oder ins Beet setzen. Mit dem Pikierstab kannst du ein Loch für die Pflanze vorbereiten, sie hineinsetzen und andrücken. In der Regel kannst du nun eine nährstoffreichere Erde verwenden. Wenn du einen Topf oder ein Hochbeet nutzt, kannst du auch mit drei Schichten arbeiten (Oben: Pflanzerde, Mitte: Komposterde, Unten: Drainage-Material), um ein gesundes Pflanzwachstum zu erzielen.
Ein kleiner Exkurs
Saatpapier zum Wachsen bringen
Während loses Saatgut direkt verteilt auf Erde ausgebracht, darin leicht angedrückt und mit etwas Erde bestreut wird, startet die Anzucht mit unserem handgeschöpften Saatpapier ein klein wenig anders: Zunächst wird das Saatpapier in kleinen Stückchen über Nacht in einem Glas mit Wasser eingeweicht. Danach werden Wasser und die aufgeweichten Papierstückchen miteinander zu einem breiartigen Gemisch verrührt und gut verteilt auf Erde gegossen. Nun muss die Anzucht hauchdünn mit wenig Erde bestreut und dauerhaft feucht gehalten werden. Erde und Samen dürfen auf keinen Fall (!) austrocknen. Wenn die Pflanzen bei der Keimung austrocknen, gehen sie ein bzw. gar nicht erst auf. Vermeide gleichzeitig aber Staunässe. Bitte lies dir unsere allgemeine Anleitung für die Anzucht von Saatpapier durch, bevor du mit der Anzucht startest und befolge die einzelnen Schritte.
3. Pflege des Salatbasilikums
Salatbasilikum ist zwar per se pflegeleicht, benötigt aber aufgrund seines hohen Wasser- und Nährstoffbedarfs etwas mehr Zuwendung als andere Pflanzen. Regelmäßig gießen ist beim Salatbasilikum das A und O. In der Hauptwachstumsphase ist die Gabe von Dünger für eine gute Ernte empfehlenswert. Im Freiland wächst Basilikum nur einjährig, kann im Zimmer aber auch länger am Leben bleiben.
3.1 Wasserbedarf
Salatbasilikum hat einen sehr hohen Wasserbedarf, da über seine großen Blätter viel Feuchtigkeit verdunstet. Besonders in langen Trockenperioden solltest du gut darauf achtgeben, dass die Pflanze täglich mit ausreichend Wasser versorgt ist. Dabei ist es wichtig, dass du keine Staunässe verursachst, da diese schnell zu Wurzelfäule beim Basilikum führt. Die Wurzeln vom Salatbasilikum sind extrem empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel und fangen schnell an zu faulen. Um das zu vermeiden, kannst du beim Substrat auf eine gute Drainage achten und z.B. Sand oder Kies unter die Erde mischen. Die Blätter vom salatblättrigen Basilikum vertragen keine Nässe von oben, sodass du immer direkt unten an der Erde gießen solltest.
Im Topf oder Kübel kultiviertes Salatbasilikum muss im Sommer täglich, an heißen Tagen sogar zweimal täglich gegossen werden – am besten in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Mit dem Fingertest kannst du gut prüfen, ob das Salatbasilikum bewässert werden muss: Du kannst 2 cm tief in die Erde fassen und beurteilen, ob sie sich an dieser Stelle trocken oder nass anfühlt. Ist sie trocken, solltest du kräftig gießen, ist sie nass, solltest du abwarten.
3.2 Düngen
Salatbasilikum gehört zu den Starkzehrern, sodass es regelmäßig viele Nährstoffe benötigt. Während der Hauptwachstumszeit, etwa von Mai bis September, kannst du deine Pflanze im Freiland mit regelmäßigen Düngergaben alle 1 bis 2 Wochen unterstützen. Bei Zimmerhaltung solltest du maximal alle 6 bis 8 Wochen sparsam düngen. Verwende ausschließlich organische Düngemittel wie z.B. Brennnessseljauche, reifen Kompost oder Hornspäne, wenn dein Basilikum nicht nur zur Dekoration da ist.
3.3 Überwinterung
Salatbasilikum ist eine einjährige Pflanze, die im Freiland nicht winterhart ist und abstirbt. Im Zimmer kann dir die Überwinterung an einem warmen, hellen Ort gelingen, wenn die Temperatur nicht unter 10 °C fällt.
Du kannst für die nächsten Jahre Samen des Salatbasilikums sichern, indem du sie im Herbst erntest. Nach der Blüte kannst du die Blütenstände mit den ausgereiften Samen abschneiden und im Anschluss kopfüber an einem dunklen Ort zum Trocknen aufhängen. Nach ein paar Tagen lassen sich die Samen einfach herausklopfen. Gekühlt, dunkel und trocken gelagert kannst du sie für 2 bis 3 Jahre für eine neue Anzucht verwenden.
Auf den Punkt gebracht
Das Wichtigste für die Anzucht & Pflege des Salatbasilikums
Salatbasilikum ist immer durstig.
Aufgrund der riesigen Blattoberfläche vom Salatbasilikum verdunstet enorm viel Feuchtigkeit aus der Pflanze. Ihr Wasserbedarf ist sehr hoch! Daher muss sie im Sommer täglich von unten gegossen werden, im Topf oder Kübel sogar zweimal täglich.
Salatbasilikum hat XXL-Blätter.
Die Pflanze bildet gigantische, handgroße Blätter aus. Dadurch sieht sie im Kräuterbeet besonders dekorativ aus und eignet sich perfekt für die Verwendung in der Küche. Die starke Wellung der Blätter trägt dazu bei, dass sie fast wie Salatblätter aussehen.
Salatbasilikum hat ein mildes Aroma.
Im Vergleich zum klassischen Basilikum schmeckt das Salatbasilikum deutlich milder, süßlicher und hat weniger Schärfe. Das macht es für Kindergerichte, Desserts oder Obstsalate zur hervorragenden Wahl. Auch in feinen Blattsalaten oder zu milden Käsesorten ist Salatbasilikum die perfekte Begleitung.
4. Standort, Boden & Nachbarn
Salatbasilikum wächst am besten an einem sonnigen, hellen Standort. Eine Ausrichtung nach Süden bietet sich gut an. Da die riesigen Blätter leicht einreißen, empfiehlt sich zudem ein windgeschützter Platz im Garten oder auf Balkon und Terrasse. Das salatblättrige Basilikum bevorzugt nährstoff- und humusreiche Böden, die locker und sehr gut durchlässig gegen Staunässe sind.
Aufgrund seiner Ansprüche an Wärme, Nährstoffe und Feuchtigkeit gedeiht das Salatbasilikum besonders gut in Hochbeeten, Gemüsebeeten in Mischkultur oder in der unteren Zone der Kräuterspirale. In der Mischkultur bietet sich die Pflanzung neben Tomate, Paprika, Gurke, Zucchini, Salat, Spinat, Petersilie und Schnittlauch gut an. Ungeeignete Nachbarn für das Salatbasilikum sind wiederum mediterrane Kräuter wie Thymian, Melisse, Minze, Salbei, Rosmarin, Estragon und Oregano.
5. Ernte & Verwendung
Nach etwa 6 bis 8 Wochen Entwicklungszeit, ist Salatbasilikum bereit für die Ernte. Essbar sind sowohl die salatartigen Blätter, als auch die zarten Stängel und die Blüten vom Salatbasilikum. Auf der Fensterbank ist die ganzjährige Ernte problemlos möglich. Im Freiland liegt die Erntezeit etwa zwischen Juni und Oktober. Eine regelmäßige Ernte regt neues Wachstum an.
Wenn du die großen Blätter ganz lassen möchtest, kannst du sie in der Küche gut für Caprese-Wraps mit Büffelmozzarella und Kirschtomaten oder Antipasti-Röllchen aus Ziegenfrischkäse und getrockneten Tomaten verwenden. In Streifen geschnitten eignet sich Salatbasilikum auch gut für feine Sommersalate oder als Panini-Belag. Aufgrund des milderen Aromas passt Salatbasilikum besonders gut zu Desserts und Obstsalaten oder kann als Ersatz für Kindergerichte genutzt werden, wenn der Geschmack vom klassischen Basilikum zu intensiv ist.
6. Schädlinge und Krankheiten
Leider bleibt Salatbasilikum nicht von Krankheiten und Schädlingen verschont. Es kann von Blattläusen oder weißen Fließen befallen werden, die an den Blättern saugen. Hier hilft oft aber schon ein kräftiger Wasserstrahl, um sie abzuspülen.
Die Pilzkrankheit Mehltau kann bei zu hoher Luftfeuchtigkeit entstehen. Achte daher darauf, dass die Pflanzen genug Abstand zueinander haben und eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist. Durch Staunässe kann es außerdem zu Wurzelfäule kommen. Hier schafft eine gute Drainage mit einem durchlässigen Boden Abhilfe.
7. FAQ
Basilikum „Genovese“ und Salatbasilikum unterscheiden sich vor allem in 4 Bereichen: Aussehen, Aroma, Blütezeit und Empfindlichkeit im Anbau. Salatbasilikum hat handgroße Blätter, die stark gewellt, kraus und deutlich nach oben gewölbt sind. Klassisches Basilikum hat deutlich (!) kleinere, löffelartig geformte Blätter. Während klassisches Basilikum im Aroma intensiv und pfeffrig-scharf ist, überzeugt Salatbasilikum durch eine milde, süßliche, dezentere Note. Salatbasilikum schießt später in die Blüte und verliert mit Einsetzen der Blüte nicht so stark an Aroma. Aufgrund der riesigen Blattoberfläche ist Salatbasilikum allerdings noch durstiger und windempfindlicher. Klassisches Basilikum ist im Anbau etwas robuster.
Frisch schmeckt Salatbasilikum auf jeden Fall am besten. Grundsätzlich lässt es sich aber auch trocknen – verliert dadurch allerdings ein wenig an Aroma. Ernte die Blätter dazu vor der Blüte, optimalerweise vormittags. Du kannst ganze Stängel ernten, und diese bündelweise kopfüber an einem warmen, dunklen und luftigen Ort zum Trocknen aufhängen. Nach 7 bis 10 Tagen sind die Blätter trocken.
Es gibt mittlerweile mindestens 60 verschiedene Basilikumarten und unzählige Sorten. Kennst du beispielsweise neben dem klassischen Basilikum „Genovese“ auch schon das Zitronenbasilikum, Thai-Basilikum, Bubikopf-Basilikum, Zimtbasilikum oder rotblättriges Basilikum?
Ja, die Blätter vom Salatbasilikum können unbesorgt auch noch nach Blüte der Pflanze verzehrt werden. Mit Einsetzen der Blüte kann lediglich das Aroma etwas nachlassen – die Blätter werden aber weder giftig noch gesundheitsschädlich und können problemlos weiter geerntet werden. Im Vergleich zum Aromaverlust beim klassischen Basilikum „Genovese“ mit Einsetzen der Blüte, ist die Veränderung im Aroma beim Salatbasilikum sogar deutlich geringer.
Nein. Salatbasilikum hat ein deutlich milderes und süßlicheres Aroma. Es schmeckt wesentlich dezenter als normales Basilikum. Das macht es super für den Einsatz in der Küche – bei Desserts, für Kindergerichte oder zu mildem Käse ist es perfekt!
Die riesigen XXL-Blätter vom Salatbasilikum verdunsten enorm viel Feuchtigkeit. Daher braucht dein Basilikum im Sommer täglich Wasser. In besonders heißen und trockenen Phasen kannst du zusätzlich zum Gießen in den Morgenstunden noch eine zweite Bewässerung am Abend einplanen, um deine Pflanze gut mit Wasser zu versorgen.
Klar! Wegen ihrer weichen Struktur eignen sich die großen Blätter vom Salatbasilikum sogar sehr gut als Salatbasis. Du kannst sie hierfür gut in Streifen schneiden oder je nach Geschmack ganz lassen.
Aufgrund seiner Ansprüche an Wärme, Nährstoffe und Feuchtigkeit, gedeiht Salatbasilikum am besten im Hochbeet, Gemüsebeet in Mischkultur oder in der unteren Zone der Kräuterspirale. Hochbeete sind ideal, da sich die Erde im Frühjahr schneller erwärmt, der Boden viele Nährstoffe enthält und überschüssiges Wasser gut abfließen kann.
8. Herkunft & Namensgebung
Basilikum stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Zentralafrikas und Südasiens, insbesondere aus Indien. Dort wurde das Kraut bereits vor rund 4.000 Jahren als Heilpflanze kultiviert. Über antike Handelsrouten gelangte es nach Ägypten und Persien. Griechen und Römer brachten es in den Mittelmeerraum, von wo aus es etwa im 12. Jahrhundert nach Mitteleuropa gelangte und seither fest in der Kloster- und Gartenkultur verankert ist. Die Sorte Salatbasilikum wurde gezielt im Süden Italiens, rund um Neapel, gezüchtet. Der Name Basilikum kommt vom griechischen basilikos und bedeutet königlich. Wegen seines außergewöhnlichen Dufts und Aromas erhob man das Basilikum schon früh zum „König der Küchenkräuter“.
9. Aussehen
Das auffälligste Merkmal vom Salatbasilikum sind seine riesigen Blätter, die bis zu 10-12 cm lang werden können und damit normales Basilikum um das Dreifache überragen. Außerdem weisen die Blätter eine gewellte, krause Struktur auf. Sie sind blasig gewölbt und intensiv gewellt. Damit erinnern sie im Aussehen stark an Blätter von Pflück- und Kopfsalat. Im Gegensatz zu den festen, ledrigen Blättern vom Genoveser Basilikum, sind die Blätter des Salatbasilikums weicher, dünner und heller gefärbt. Die gesamte Pflanze wächst sehr üppig und buschig mit einer Wuchshöhe von 30 bis 60 cm. Im Spätsommer bildet Salatbasilikum lange aufrechte Blütenkerzen mit kleinen, lippenförmigen weißen Blüten.
