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Wiesenkümmel – Anzucht und Pflege der heimischen Gewürzpflanze

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Der Wiesenkümmel zählt zu den ältesten, in Deutschland heimischen Gewürz- und Heilpflanzen. Mit seinen weißen, luftigen Dolden passt er als Strukturpflanze besonders gut in naturnah gestaltete Gärten oder auf den Balkon. Die mehrjährige (zweijährige) Pflanze hat als Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten einen hohen Wert. Die filigranen Blütenstände lassen sich auch in Wildblumensträußen hervorragend kombinieren. Wie du die heimische Heil- und Gewürzpflanze anziehen und pflegen kannst, zeigen wir dir auf dieser Seite im Detail.

Wer Kümmel pflanzen möchte, braucht ein klein wenig Geduld: die zarten, luftigen Blüten erscheinen erst im zweiten Jahr nach der Aussaat.

Inhaltsverzeichnis

Carum carvi

1. Pflanzeneigenschaften

Blüte

Mai–Juli/ August

Essbare Teile

Blätter, Blüten, Samen, Wurzel

Wuchshöhe

30–70 cm

Lebenszyklus

zweijährig

Boden

lehmig–sandig, durchlässig, humos

Erntezeit

Juli–September

Standort

sonnig–halbschattig

Pflanzabstand

30 cm

Wasserbedarf

mäßig–hoch

Familie

Doldenblütler

Verwendung

Gewürz- und Heilpflanze

Freiland Aussaat

April–Mai, August–September

Zimmer Aussaat

März–April

Keimdauer

2–3 Wochen

Keimtemperatur

15–20 °C

Keimart

Lichtkeimer

2. Anzucht des Wiesenkümmels

Wiesenkümmel ist eine mehrjährige (zweijährige) Pflanze, die im Freiland im Frühjahr zwischen April und Mai oder im Spätsommer zwischen August und September ausgesät werden kann. Im Zimmer kann die Anzucht bereits ab März bis April beginnen. Der Wiesenkümmel zählt zu den sogenannten Lichtkeimern. Das bedeutet, dass du die Samen der Pflanze für die Keimung nur hauchdünn mit Erde bedecken solltest.

2.1 Keimung

Bei idealen Temperaturen von 15 bis 20 °C keimt Wiesenkümmel in der Regel innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Es ist sehr wichtig, die Samen bis zur Keimung immer feucht zu halten und sie nicht austrocknen zu lassen, da der Keimungsprozess sonst gestoppt werden kann. Zu Beginn solltest du Anzuchterde verwenden. Diese ist nährstoffarm und hilft jungen Pflanzen dabei, auf der Suche nach Nährstoffen, starke Wurzeln auszubilden. Unserer Erfahrung nach gewährleistet sie einen optimalen Wachstumsstart, da Anzuchterde locker, luftig und feucht ist.

2.2 Keimlinge pikieren

Wiesenkümmel sollte nicht unbedingt pikiert werden. Er bildet als Tiefwurzler sehr lange Pfahlwurzeln aus, die die Störung durch ein Umpflanzen weniger gut vertragen als andere Pflanzen. Daher wäre beim Pikieren definitiv Vorsicht geboten. Der ideale Pflanzabstand vom Wiesenkümmel liegt bei etwa 30 cm. Wir empfehlen, dass du die Aussaat direkt mit dem passenden Pflanzabstand vornimmst, um eine Beschädigung der Pflanze beim Umsetzen zu vermeiden.

3. Pflege des Wiesenkümmels

Der Pflegebedarf vom Wiesenkümmel lässt sich als gering bis mäßig einstufen. In den Sommermonaten kann es bei extremer Hitze sein, dass er im Garten je nach Standort täglich gegossen werden muss. Ansonsten ist er – typisch heimische Wildpflanze eben – recht anspruchslos. Vor der Aussaat ist eine Einarbeitung von Kompost und später eine leichte Gabe von Kompost als Dünger sinnvoll. Ein Rückschnitt muss nicht erfolgen, da die Pflanze im ersten Jahr ihre Blattrosette als natürlichen Winterschutz benötigt und im zweiten Jahr nach der Samenreife ohnehin abstirbt.

3.1 Wasserbedarf

Wiesenkümmel hat insbesondere während der Wachstumsphase und der Blüte – also im Frühjahr und Sommer – einen hohen Wasserbedarf. Der Boden sollte in dieser Zeit nie ganz austrocknen. Besonders an heißen Tagen im Sommer ist ein täglicher Check bzw. eine tägliche Bewässerung häufig notwendig. Im Topf kann die Erde noch schneller austrocknen. Das macht tägliches Gießen erforderlich. Um Wurzelfäule zu vermeiden sollte es aber dennoch nie zu Staunässe kommen. Eine ausgewachsene Wiesenkümmel-Pflanze hat wiederum einen mäßigen Wasserbedarf und toleriert auch mal trockenere Phasen.

3.2 Düngen

Zwischen dem Frühjahr und Herbst kann der Wiesenkümmel regelmäßig leicht mit Kompost gedüngt werden. Bereits vor der Pflanzung kann es Sinn machen, etwas Kompost oder organischen Dünger in den Boden einzuarbeiten, um ihn nährstoffreich und tiefgründig zu machen. Nach der Aussaat im Frühjahr oder Spätsommer ist zunächst kaum Dünger nötig, da die Pflanze erstmal nur ihre Blätter ausbildet. Ab dem Frühjahr des zweiten Jahres – wenn die Pflanze in die Höhe schießt – fördert die Gabe von Kompost die Bildung von Blüten und Samen. Beim Düngen sollte allerdings eine Überdüngung mit Stickstoff vermieden werden, da dieser das Aroma mindert.

3.3 Überwinterung

Der Wiesenkümmel ist extrem winterhart und kann daher problemlos im Freiland überwintern. Im Winter zieht sich die Pflanze in die Wurzel zurück. Im ersten Jahr bildet der Wiesenkümmel eine Blattrosette, im zweiten Jahr blüht er dann. Als Schutz sollten die Blätter an der Pflanze verbleiben, da die Blattrosette das Herz der Pflanze schützt. Für die Überwinterung sollte daher kein Rückschnitt erfolgen. In besonders rauen Lagen oder bei starkem Frost, kann eine leichte Abdeckung mit Laub oder Stroh helfen, wobei die Pflanze in der Regel Temperaturen bis -25 °C trotzt.

Auf den Punkt gebracht

Das Wichtigste für die Anzucht & Pflege des Wiesenkümmels

Wiesenkümmel ist ein Lichtkeimer.

Wiesenkümmel benötigt für die Keimung Licht. Deshalb solltest du für die Anzucht die Samen nur hauchdünn mit Erde bedecken.

Wiesenkümmel
ist zweijährig.

Wiesenkümmel bildet im ersten Jahr seine Blattrosette aus, im zweiten Jahr zeigt sich die Blüte. Die Geduld lohnt sich – die filigranen Blüten vom Wiesenkümmel sehen nicht nur besonders luftig und schön aus, sondern dienen auch als essbare Deko für Speisen!

Wiesenkümmel ist zweijährig.

All seine Pflanzenteile sind essbar.

Blätter, Blüten, Wurzeln, Samen? Alles essbar! Die Blätter lassen sich ähnlich wie Petersilie oder Dill verwenden. Die Samen sind toll für Brot, Kartoffel- und Kohlgerichte oder Quark.

4. Standort, Boden & Nachbarn

Der Wiesenkümmel bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Er braucht zwar viel Feuchtigkeit, verträgt aber keine Staunässe. Daher ist ein durchlässiger Boden ideal. Da die Pflanze eine Pfahlwurzel ausbildet, sollte der Boden möglichst mittel- bis tiefgründig sein. Sandig-lehmige, frisch-feuchte, humose Böden, die nährstoffreich und kalkhaltig sind, eignen sich für den Mittelzehrer sehr gut.

Besonders harmonisch lässt sich Wiesenkümmel im Landhaus- oder Bauerngarten mit Lein in himmelblauer Blütenfarbe und dem violettblauen Wiesensalbei kombinieren. Auch Wildblumen wie Mohn und Margeriten kommen neben dem Wiesenkümmel besonders schön zur Geltung. Als strukturgebende Pflanze passt er auch gut zu Lavendel oder lässt sich im Kräuterbeet mit Zitronenmelisse und Salbei pflanzen. Allerdings solltest du Wiesenkümmel im Garten möglichst nicht in der Nachbarschaft von Fenchel oder verwandten Arten wie Dill und Möhren pflanzen, um Konkurrenz zu vermeiden. Gute Pflanzpartner im Gemüsebeet sind wiederum Kartoffeln, Kohl, Salat, Gurken und Rote Bete.

5. Ernte & Verwendung

Als klassische Gewürzpflanze bietet der Wiesenkümmel verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. Sämtliche Pflanzenteile sind essbar: Blätter, Blüten, Wurzeln und Samen. Die Samen vom Wiesenkümmel haben ein süßlich bis herbes Aroma und einen würzigen bis anisartigen Geschmack. Das Gewürz eignet sich damit gut für die deutsche oder europäische Küche – insbesondere für Brot, Kartoffelgerichte, Quark, Käse und Kohl.

Die Blätter können ähnlich wie Dill oder Petersilie für Suppen und Salate verwendet werden. Die Wurzeln lassen sich als Gemüse wie Möhren verarbeiten. Seine Samen können im zweiten Jahr etwa zwischen Juni und Juli (wenn die Dolden braun werden) geerntet werden. Um das Aroma zu verstärken können die Samen leicht geröstet werden. Aus ihnen kann man auch gut Tee herstellen, der krampflösend und verdauungsfördernd bei Völlegefühl wirken kann. Die Blüten vom Wiesenkümmel schmecken feiner und weniger intensiv als die Samen, sind mit ihrem mild-würzigen Aroma aber trotzdem ein schönes Topping für Salate, herzhafte oder süße Speisen.

In der Vase lassen sich die weißen, filigranen Blüten vom Wiesenkümmel besonders schön und vielseitig in Wildblumensträußen kombinieren. Ob mit Kornblumen, Wiesensalbei oder Blutweiderich… Er gibt Sträußen eine tolle Struktur und auch die getrockneten Samenstände finden wir noch ziemlich dekorativ für Trockenblumensträuße! Zwischen Buchseiten gepresst gibt der Wiesenkümmel für so manches DIY im Pressed Flower-Bereich auch eine gute Figur ab.

6. Schädlinge und Krankheiten

An für sich ist Wiesenkümmel als heimische Wildpflanze zwar robust, kann aber dennoch von Blattläusen, Kümmelmotten oder Kümmelgallmilben befallen werden. Der Befall mit Schädlingen kann zu Blattdeformationen oder Saug- oder Fressschäden führen. Außerdem können sich an der Pflanze Krankheiten wie bakterieller Doldenbrand, Doldenbräune und Mehltau zeigen, die sich z.B. in bräunlichen Verfärbungen oder weißen Ablagerungen äußern.

Hier haben sich auf der Blüte vom Kümmel so einige Insekten versammelt.

7. FAQ

Nein. Alle drei Gewürze sind verschieden. Auch wenn sowohl Kreuzkümmel als auch Echter Kümmel zur Familie der Doldenblütler gehören, unterscheiden sie sich in ihrem Geschmack deutlich. Echter Kümmel (Wiesenkümmel) hat ein süßlich bis herbes Aroma und einen würzigen bis anisartigen Geschmack. Er eignet sich damit gut für die deutsche oder europäische Küche – insbesondere für Brot, Kartoffelgerichte, Quark, Käse und Kohl. Kreuzkümmel dagegen wird häufig in der orientalischen, indischen und mexikanischen Küche verwendet. Er schmeckt intensiv, erdig-warm und leicht scharf. Schwarzkümmel gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und schmeckt nussig, pfeffrig, scharf und leicht bitter. Damit wird auch der Schwarzkümmel eher für orientalisches Gebäck, als Öl oder für Currys verwendet.

Wiesenkümmel blüht im 2. Jahr nach der Aussaat, etwa zwischen Mai und August. Im ersten Jahr bildet die Pflanze lediglich ihre Blätter aus.

Ja. Wiesenkümmel sieht in der Vase toll aus. Wir finden, er lässt sich besonders schön in Wildblumensträußen mit zarten Farben oder intensiven Farbakzenten kombinieren. Sei es mit dem himmelblau vom Lein oder mit dem violettblau vom Wiesensalbei… Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch getrocknet sehen die Samenstände schön in Trockenblumensträußen aus.

Sämtliche Pflanzenteile vom Wiesenkümmel sind essbar. Die Samen kannst du zum Beispiel leicht anrösten, um das Aroma zu intensivieren. Du kannst sie für Kartoffel- oder Kohlgerichte, für Brot oder Tee verwenden. Die Blätter lassen sich ähnlich wie Dill oder Petersilie verarbeiten. Die Wurzel kannst du wie Möhren zubereiten und die Blüten sind perfekt für eine schöne, essbare Deko auf Süßspeisen oder für herzhafte Gerichte.

Bereits vor der Pflanzung kann es Sinn machen, etwas Kompost oder organischen Dünger in den Boden einzuarbeiten, um ihn nährstoffreich und tiefgründig zu machen. Wenn du das vor der Aussaat beachtest, kann nicht mehr viel schiefgehen!

Wiesenkümmel bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Er braucht zwar viel Feuchtigkeit, verträgt aber keine Staunässe. Daher ist ein durchlässiger Boden ideal. Worauf du bei der Bodenbeschaffenheit noch achten kannst: er sollte möglichst frisch-feucht, humos, nährstoffreich, kalkhaltig, mittel-tiefgründig, sandig-lehmig sein.

Besonders harmonisch lässt sich Wiesenkümmel im Landhaus- oder Bauerngarten mit Lein in himmelblauer Blütenfarbe und dem violettblauen Wiesensalbei kombinieren. Auch Wildblumen wie Mohn und Margeriten kommen neben dem Wiesenkümmel besonders schön zur Geltung. Als strukturgebende Pflanze passt er auch gut zu Lavendel oder lässt sich im Kräuterbeet mit Zitronenmelisse und Salbei pflanzen. Gute Pflanzpartner im Gemüsebeet sind wiederum Kartoffeln, Kohl, Salat, Gurken und Rote Bete.

Du solltest Wiesenkümmel im Garten möglichst nicht in der Nachbarschaft von Fenchel oder verwandten Arten wie Dill und Möhren pflanzen, um Konkurrenz zu vermeiden.

8. Herkunft & Namensgebung

Wiesenkümmel stammt aus weiten Teilen Europas, dem Kaukasus, Vorderasien und Asien. Archäologische Funde zeigen, dass der Wiesenkümmel bereits 3.000 Jahre v. Chr. genutzt wurde. Er ist damit wohl die älteste Heilpflanze Europas. Heute wird er weltweit in gemäßigten Regionen angebaut.

Da Wiesenkümmel wild auf Wiesen, an Wegrändern, Brachflächen und Böschungen gedeiht, lässt sich automatisch darauf schließen, wie der Echte Kümmel (Carum carvi) auch zu seinem Namen „Wiesenkümmel“ kam.

9. Aussehen

Als Vertreter der Doldenblütler bringt auch der Wiesenkümmel ein charakteristisches luftiges, filigranes Aussehen mit, das durch die besondere Blütenstruktur und Wuchsform entsteht. Damit wirkt er im Beet wie ein „Weichzeichner“. Er passt in fast jede Gartensituation, bereichert Beete ohne seinen Nachbarn die Schau zu stehlen und schafft dabei Struktur und Natürlichkeit.

Der weißblühende Wiesenkümmel hat fein gefiederte Blätter und Blüten in Doldenform. Er wächst aufrecht und kann eine Höhe von 30 – 70 cm erreichen, unter optimalen Bedingungen sogar bis über 100 cm. Seine Blütezeit reicht von Mai bis Juli, häufig sogar bis in den August. Die schlanken Stängel verzweigen sich und die Blütenstände verleihen der Pflanze mit ihren Doppeldolden von 8 bis 16 Strahlen ein schirmartiges, luftiges Aussehen. Jede der kleinen Blüten (1-4 mm) Blüte besitzt fünf Blütenblätter, die an der Spitze oft nach innen gerollt sind. Mit den zarten Blüten bringen die weißen Wolken des Wiesenkümmels Leichtigkeit ins Blumenbeet.